Zeitungsausschnitt Losheim

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07.11.2013 PRÜM eifelstark

AUF DEM KYLLTALRADWEG MUSSTE EISENBAHNBRÜCKE EINER RADWEGBRÜCKE WEICHEN

Losheim/Jünkerath (boß) Einmal mit dem Drahtesel auf „ebener Piste“ von der Kaiserstadt Aachen in die Römerstadt Trier zu radeln. Dieser Traum wird bald in Erfüllung gehen.

Denn es werden immer mehr Lücken auf ehemaligen Bahntrassen geschlossen und zu Radwegen „auf ebener Erde“ ausgebaut.
So war kürzlich ein spannender Tag auf dem im Ausbau befindlichen Kylltalradweg von der belgischen Grenze nach Jünkerath. In den frühen Morgenstunden bei nasskaltem Wetter wurde in Losheim eine genau 20,40 Meter lange und 2,50 Meter breite Aluminiumbrücke mit Hilfe eines Mobilkrans auf zwei Widerlager aufgelegt. Das 90.000 Euro teure Bauwerk wird dennoch mit seinen rund fünf Tonnen von den Fachleuten als ein Leichtgewicht bezeichnet.
Die Brücke war bereits in der Nacht mit einem Sonderfahrzeug der Firma Glück aus dem Werk Engen-Welschingen bei Konstanz am Bodensee angeliefert worden und passt sich mit ihrer fachwerkartigen Konstruktion in brauner Holzfarbe gut in die waldreiche Eifellandschaft ein.
Joachim Müller vom Vertrieb gegenüber unserer Zeitung: „Hier wird die Zukunft gebaut, da Aluminiumbrücken langlebiger als alle anderen Konstruktionen sind und im Laufe ihrer 100-jährigen Lebenserwartung geringe Wartungs- und Instandsetzungskosten haben. Somit sind die Haushalte der Gemeinden diesbezüglich auf Jahrzehnte hinaus spürbar und kalkulierbar entlastet.“

Der rund 20 Kilometer lange, Bundesländer übergreifende Radweg belgische Grenze – Jünkerath-Glaadt wird vom Kreis Euskirchen gebaut, während für die Brücken der Landesbetrieb Mobilität Gerolstein zuständig ist. Dipl.-Ing. Michael Weber von der Kreisverwaltung Euskirchen: „Der erste Bauabschnitt von 5,5 km von der Landesgrenze Belgiens Richtung Hallschlag wurde bereits von der Firma Backes fertig angelegt und geteert. Er darf aber noch nicht befahren werden, da die Schutzeinrichtungen noch fehlen. Ein wichtiger Baufortschritt ist jetzt mit dem Aufbau der Brücke vollzogen worden.“
Die Gesamtkosten der Strecke werden mit rund 4,9 Millionen Euro beziffert. Davon gehen 2,7 Millionen Euro auf den Wegebau – unter anderem mit einem straßenbegleiteten Radweg zu einer Bundesstraße – und 2,2 Millionen Euro auf Bauwerke. Das Ganze wird zu 100% vom Bund finanziert, war eine weitere frohe Nachricht für die Kommunen.
Marcus Sprung und Simone Elmassaoude von der NRW-Bauleitung RNL Ville-Eifel: „Das Besondere an diesem Radweg ist, dass er – abgesehen von einer Ausnahme – keine Steigung von über einem Prozent hat und damit auch sehr familien- und seniorenfreundlich ist.“

Wie geht es weiter auf rheinland-pfälzischer Seite? Der 2. Bauabschnitt von 1,8 Kilometern bis Hallschlag ist bereits in Auftrag gegeben und die 12 Kilometer nach Jünkerath-Glaadt werden zurzeit ausgeschrieben und, wenn die Gelder fließen und alles klappt, noch 2014 gebaut. Auch hier werden noch vier Brücken durch Aluminium-Fertigteile ersetzt, da eine Instandsetzung der alten Substanz nicht mehr wirtschaftlich war.
Der Radweg insgesamt führt in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im sicheren Abstand an den Bundesstraßen B421 und B265 vorbei und es sind drei Rastplätze in Dahlem, Hallschlag und Stadtkyll vorgesehen. Größere Ortschaften erhalten Anbindungen bzw. Zufahrten. Auch das Tourismuszentrum Kronenburger See wird von dem Radweg durchquert, so dass eine belebte Infrastruktur, aber auch einsame Fleckchen und idyllische Landschaften vorhanden sind.

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